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CoverKaempfer, Engelbert (Verf.); Albertine Gaur (Hg.)
Notitiae Malabaricae

2003 • ISBN 978-3-89129-935-7
x/119  Seiten · 17 x 24 cm, geb. · EUR 28,-

Engelbert Kaempfer. Kritische Ausgabe in Einzelbänden. Hg. von Detlef Haberland, Wolfgang Michel und Elisabeth Gössmann (Bd. 5)



Kaempfers Notizen zu Südindien liegen in dieser Ausgabe zum ersten Mal in einer vollständigen Edition vor; sie enthalten den Text mit einem kritischen Apparat und einem ausführlichen Stellenkommentar. In einer Einführung wird der Text in das Werk Kaempfers eingeordnet und die Frage nach seiner Entstehung gestellt. Obwohl sich Kaempfer nicht lange in Indien aufhielt, so sind seine Notizen im Rahmen seiner anderen Ausführungen über Indien von Bedeutung für sein Verständnis des Subkontinents.

Im Gegensatz zu den Amoenitates Exoticae, in denen er in einigen Kapiteln auch Naturphänomene und Kulturtechniken Indiens beschreibt, sind die handgeschriebenen Notizen dem staatlichen Gefüge seiner Westküste (die zu Kaempfers Zeit „Malabar" genannt wurde, heute heißt es „Südkerala") gewidmet. Kaempfer nennt die Fürstentümer dieser Region, er charakterisiert die verschiedenen Gruppen von Bewohnern (Brahmanen, Kschatriyas, Schudras und andere) und gibt eine Beschreibung vom Verschwinden des letzten Perumal-Kaisers von Malabar auf einer Wallfahrt nach Mekka. Zusätzlich wird das matrilineare Recht in Malabar und die personelle und politische Organisation der Höfe vorgestellt.

Einen wichtigen Teil der Notizen umfaßt die Rolle der Portugiesen und Holländer, die aufgrund der Gewürze und anderer gewinnträchtiger Waren stark an dieser Region interessiert waren und hier Faktoreien unterhielten. Penibel wird dieser Besitz der holländischen Ostindien-Kompanie aufgezählt; die einzelnen Stützpunkte werden mit ihrem jeweiligen Gewinn, den sie abwerfen, und den Kosten, die sie verursachen, aufgeführt. Im Zusammenhang mit der europäischen Expansion und den überseeischen Handelsbeziehungen wird mit diesen Notizen eine bislang unbekannte wirtschaftshistorische Quelle erschlossen.

Diese Notizen waren in der vorliegenden Form wohl nicht zur Publikation bestimmt. Gleichwohl hat Kaempfer sie sorgfältig zusammengestellt und geschrieben. Sie stellen allerdings nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, eine Leistung dar, die auf eigenen Erkundigungen und Forschungen beruht. Kaempfer hat wohl – was aufgrund der Quellenlage nicht mit letzter Sicherheit nachzuweisen ist – entweder Aufzeichnungen von Hendrik van Rheede tot Drakenstein, der von 1670 bis 1677 holländischer Kommandant von Malabar war, oder eines seiner Vorgänger ausgewertet und in konzentrierter Form exzerpiert. Sie werfen in dieser Form ein signifikantes Bild auf Kaempfers Arbeitsweise und seine landeskundlichen Interessen.

 

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.

 

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