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CoverThoma-Endenich, Verena
Tragische Unschuld. Zur Korrelation von Politik, Religion und Weiblichkeit im dramatischen Werk Friedrich Hebbels

2014 • ISBN 978-3-86205-419-0 · 163 S., kt. · EUR 18,—

Keck, Annette; Kleinschmidt, Erich (Hg.): Cursus. Texte und Studien zur deutschen Literatur (Bd. 27)

Friedrich Hebbels Vorliebe für die Gattung Tragödie steht im Widerspruch zu der im 19. Jahrhundert einsetzenden Entwicklung, aktuelle gesellschaftliche Probleme im Roman zu verarbeiten. Der Schlüssel zur Auflösung der scheinbaren Diskrepanz zwischen unzeitgemäßer tragischer Gattung und moderner Zeitkritik findet sich, so die These der vorliegenden Studie, in der mehrdeutigen Unschuld der Frauenfiguren. In vergleichenden Analysen der Dramen „Judith“ und „Agnes Bernauer“ mit den von Hebbel explizit als Vorbilder dieser Tragödien ausgewiesenen Werken „Die Jungfrau von Orleans“ sowie „Antigone“ wird die zunehmende Fragwürdigkeit der politischen, religiösen und sittlichen Unschuld der Protagonistinnen herausgearbeitet, die nicht nur gesellschaftliche Zu- respektive Missstände spiegelt, sondern auch die spezifische Tragik der Werke Hebbels kennzeichnet.

INHALT

1. Dialektik und Unschuld – Zu Hebbels Tragödienkonzeption

2. Weib – Recht – Tat: Hebbels „Judith“ und Schillers „Die Jungfrau von Orleans“

2.1 Entweiblichung – Zur Exzeptionalität der Protagonistin

2.2 Berechtigung – Zwischen göttlicher Berufung und Eigeninitiative

2.3 Untat – Verfehlung fürs Volk

3. Fromm frevelnde Frauen: Hebbels „Agnes Bernauer" und Sophokles’ „Antigone“

3.1 Frauenwürde – Zu Weiblichkeit und Unschuld

3.2 Frommherzigkeit – Religiöse Reinheit als (Un)Schuld

3.3 Freveltat – Zur politischen Dimension der Unschuld

4. Dialektik der Unschuld – Zur Modernität der Hebbelschen Tragödie

Literaturverzeichnis

 

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