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CoverGiannoulis, Elena

Blut als Tinte
Wirkungs- und Funktionsmechanismen zeitgenössischer shishōsetsu

2010 · ISBN 978-3-86205-248-6 · 278 S., kt. ·  EUR 28,—
Hijiya-Kirschnereit, Irmela (ed.): Iaponia Insula. Studien zu Kultur und Gesellschaft Japans (Bd. 22)

 

     Der japanische Literaturmarkt, die Rolle der Autoren und die Erwartungen der Leser haben sich seit den achtziger und neunziger Jahren stark verändert. Intimität ist zur öffentlichen Ware geworden und Privatsphäre hat eine andere Bedeutung erhalten. Ist da überhaupt noch Platz für die japanische Ausprägung des Ich-Romans, den shishōsetsu, in dem es traditionell um Fragen der „Authentizität“, „Unmittelbarkeit“ und „Selbstentblößung“ ging? Die vorliegende Studie zeigt, dass sich der shishōsetsu wider Erwarten innerhalb der Populärliteratur und in Konkurrenz zu Blogs, light novels oder Entertainment-Romanen behauptet hat. Gegen die massenhaft konstruierte Wirklichkeit von Fernsehen und Internet setzt der „neue shishōsetsu“ nun nicht mehr auf Reflexionslosigkeit oder „ungefilterte“ Gefühle, sondern auf eine konstruierte Wirklichkeit mit dem Anspruch, sie sei wirklicher als die „mediale Wirklichkeit“. Was früher über die direkte Entblößung des Gefühls vermittelt wurde und einst jeden Anschein von Konstruktion vermied, ist nun zur offenen Inszenierung geworden, die sich eklektisch aus der kulturellen und literarischen Tradition Japans bedient. Im Rahmen der neueren Selbstzeugnisforschung stellt die vorliegende Studie den ersten Versuch dar, sich erzähltheoretisch mit aktuellen – bisher für die Japanologie noch nicht erschlossenen – shishōsetsu auseinanderzusetzen und die Art und Weise der Selbstinszenierung der Autoren sowie den medialen und kritischen Umgang mit ihnen zu bewerten.

    INHALT

    I. Vorwort

    II. Der shishōsetsu-Diskurs seit den 1980er Jahren

1. Shishōsetsu – Ein Forschungsabriss

2. Perspektiven der aktuellen shishōsetsu-Diskussion

III. Werkanalysen

    1. Shishōsetsu-Genretheorie und Arbeitsdefinition

    2. Problematisierung der Kategorie „Authentizität“ im shishōsetsu: Medialitätsüberschreitung durch Authentizitätseffekte

    3. Faktizität und Fokusfigur als Konstanten des shishōsetsu

    4. Variable Stilmittel und Topoi zur Erzeugung von Authentizitätseffekten

    5. Zusammenfassung
     

    Exkurs: Shishōsetsu-Spielchen

    1. Der shishōsetsu als Motiv in Hizaki Yūs Kakikake no shishōsetsu

    2. Akasegawa Genpeis shishōsetsu-theoretisches Kolleg

    IV. Ausblick

    Bibliographie


    Elena Giannoulis studierte Japanologie und Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Seit 2008 ist sie dort wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Japanologie. Seit 2010 arbeitet sie darüber hinaus am Projekt „Coolness“ im Exzellenzcluster Languages of Emotion. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der japanischen Literatur und Kultur der Moderne und Gegenwart.

 

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