iudicium-Logo
   
   

  Japan und Ostasien

  Germanistik /
  Deutsch als Fremdsprache

  Kulturwissenschaften

 

 
Senden Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Website an:
info@iudicium.de
iudicium verlag
Copyright © 2012

CoverJakob, Dieter (Hg.)
Krieg – Frieden – Kultur. (Un)Zeitgemäße Erinnerungen

2002 • ISBN 978-3-89129-795-7 • 200 S., kt. · EUR 24,50

Wer war Wilhelm Hausenstein?

Er wurde am 17. Juni 1882 in Hornberg im badischen Schwarzwald geboren; er besuchte das Gymnasium in Karlsruhe und dann die Universitäten in Heidelberg, Tübingen und München. Nach der Promotion in Geschichte (mit Nationalökonomie im Nebenfach) kehrte er nochmals an die Universität zurück, um Kunstgeschichte zu studieren. Dann wurde er einer der bedeutendsten Kunsthistoriker seiner Zeit; er schrieb über 80 Bücher, um von anderem gar nicht zu reden – Bücher etwa über Bruegel, Grünewald, Fra Angelico, Giotto, Carpaccio, Rembrandt; über Albert Weisgerber, Rudolf Großmann, Max Unold, Lovis Corinth, René Beeh und Paul Klee; über Cervantes, Seume, Büchner, Stifter, Baudelaire (dessen Gedichte er, unter anderen, übersetzte) und Karl Valentin; über Barock, Rokoko und Expressionismus; über Baden, Belgien, Südfrankreich, Griechenland und Venedig. Er war befreundet etwa mit Rainer Maria Rilke, Annette Kolb, Alfred Kubin, Paul Klee, Karl Valentin und Theodor Heuss. Im sogenannten Dritten Reich durfte Hausenstein keine Bücher mehr schreiben, und eines, das er geschrieben hatte, seine große ‚Kunstgeschichte‘, wurde eingestampft, weil er sich weigerte, die Namen der jüdischen Künstler zu entfernen. Einige Jahre lang leitete er noch die Literatur- und die Frauenbeilage der berühmten ‚Frankfurter Zeitung‘, übrigens ohne den Machthabern auch nur einen Schritt entgegenzukommen, bis man ihn auch dort entlassen musste. Nach diesen dunklen Jahren, die er und seine jüdische Frau Margot nur mit Mühe überlebten, schickte ihn die junge Bundesrepublik auf einen der schwierigsten Posten, die sie zu besetzen hatte: sie machte ihn, den Außenseiter, zu ihrem ersten Generalkonsul, dann Geschäftsträger und Botschafter in Paris. Dass Deutschland und Frankreich wieder in Verbindung traten, dass sie ihr Verhältnis wieder auf feste Fundamente stellten, bleibt das Verdienst von Wilhelm Hausenstein. Am 3. Juni 1957 ist er in München gestorben.


Dieter Jakob: Frieden ist eine moderne Erfindung. Vorwort • Johannes Werner: Eröffnung • Friedrich Hitzer: Einführung in die Moderation • Rüdiger Görner: Zur Kultur des Unbehagens. Zwischen ‚Anything goes‘ und ‚Rien ne va plus‘ •Johannes Werner: Die Schicksalsspur. Hausenstein, Rilke und die Rose von Reims • Alexander Schwarz: „Krieg ist das Gegenteil des Augenblicks, in dem Kunst entsteht". Die Schriften des jungen Hausenstein • Hans-Jürgen Becker: Hausenstein, das Barock und das Rokoko. Entdeckungen • Markus Vogt: Fortschritt durch Daseinskampf? Ethische Analysen zum Sozialdarwinismus in Geschichte und Gegenwart • Christian Nürnberger: Wertegemeinschaft oder Wertpapiergesellschaft? • Dieter Jakob: Ernst Stadler: Poet – Scholar – Soldier. Englische Erinnerungen • Hubert Roland: Der Fall Friedrich Markus Huebner. Über Krieg und Frieden im literarischen Expressionismus • Friedrich Hitzer: Kurzschlüsse und Wechselströme. Terrorismus und Anti-Terrorismus • Laurence Jehle-Blanc: Ein Botschafter des Geistes? Zur Rolle Wilhelm Hausensteins bei der Wiederaufnahme der deutsch-französischen Beziehungen nach 1945 • Anhang: Wilhelm Hausenstein: Überlegungen zum Thema „Kommunismus" (1945)

 

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.

 

I have taken note of the General Business Conditions