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CoverJeziorkowski, Klaus (Hg.)
Kleist in Sprüngen

1999 • ISBN 978-3-89129-626-4
142 S., kt. · EUR 18,50

Heinrich von Kleists Texte erscheinen auf dem weißen Papier von Sprüngen und Rissen durchzogen, zerbrochen wie jener Krug, der bei allem Zetern seiner Eigentümerin nie wieder heil werden wird. Nach Kleists Befund liegt die kugelrunde Welt in Scherben. Wie könnten dann seine Dramen und Erzählungen und Gedichte, die allesamt von dem sich immer neu wiederholenden Sündenfall berichten, in ihrer Form jemals heil und unverletzt oder gar unschuldig sein. Der im wahrsten Sinne heillose Status seiner Welt kann nicht anders als in Werken sich kundtun, die durch Spalten und Brüche zwischen den Wörtern und Lauten hinter den Glanz einer schönen Oberfläche schauen lassen. Dort wohnen das Grauen, das heillose Gelächter - und die Utopie einer Ganzheit, die - wenn sie nicht billig sein will - sich nur in den Bruchstellen manifestieren kann. Der Topografie dieser Brüche wird hier nachgegangen. Kleists Dichtungen und Briefe sind Urnen, hinter deren zersprungener Gestalt etwas begraben ist, dessen Leiden und Seligkeiten das Beben des erschütterten Textes und des erschütterten Lesers auslösen: das Herz.

Beiträge

  • Linhardt, Annette: Mitteilung: Kleist
  • Link, Kay: Texträume bei Kleist
  • Martin, Sigurd: Die Übersicht verlieren: Von der Schwierigkeit des Sehens in und des Lesens von Kleists Werken
  • Herrath, Saskia: Schwarz auf Weiß - Simultanität der Gegensätze bis an den Rand der Sprache
  • Jeziorkowski, Klaus: Die Textkugel
  • Blum, Mareike: Traum-Raum
  • Schäfer, Christiane: Texttreppen - Textbögen
  • Wintermeyer, Ingo: Von der Zersplitterung der Tektonik
  • Linhardt, Annette: "... sagts mir mit zwei Worten" (V.1312) - Prinz Friedrich von Homburg
  • Jeziorkowski, Klaus: Nichtwissen und Text

 

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.

 

I have taken note of the General Business Conditions