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CoverWippich, Rolf-Harald
"Strich mit Mütze". Max von Brandt und Japan - Diplomat, Publizist, Propagandist

1995 •  ISBN 4-87238-006-1
149 S. kt.; EUR 6,-
in Kommission bei iudicium

Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (OAG) Tokyo (Hg.): OAG aktuell (Bd. 65)

 

 

 Blättert man frühe Ausgaben der Satirepostille Japan Punch durch, die Charles Wirgman (1832-1891) zur Unterhaltung der Ausländer in der Fremdenkolonie Yokohama seit 1862 herausgegeben hat, so stößt man des öfteren auf eine lange, hagere Gestalt im Gehrock, bewehrt mit Schirmmütze und Backenbart, die fliehenden Schrittes aus dem Bild davonzustürmen droht. Nicht jedem Betrachter mag sich diese bewußt überspitzt porträtierte Gestalt sogleich als eine historische Figur aus der Frühzeit des japanischen Westkontakts zu erkennen geben. Hinter ihr verbirgt sich Max von Brandt (1835-1920), seines Zeichens preußischer Konsul in Japan und für lange Zeit einziger Repräsentant deutscher Interessen in Japan überhaupt. Max von Brandt, den Wirgman hier als "Strich mit Mütze" künstlerisch verewigt hat, hat wohl wie kaum ein anderer zu Lebzeiten eine Schlüsselstellung in der Gestaltung der deutsch-japanischen Beziehungen ausgeübt. Als Diplomat war er zwischen 1862 und 1875 als erster ständiger Vertreter Preußens, des Norddeutschen Bundes und schließlich des Deutschen Reiches maßgeblich an der Formulierung bilateraler Beziehungen beteiligt. Er war ein Pionier des offiziellen Kontakts, der den Charakter der deutschen Japanpolitik in ihren Grundzügen formte und somit auch für das wirtschaftliche und vor allem kulturelle Engagement in der Meiji-Zeit den Rahmen absteckte.
Auf den drei Feldern Diplomatie, Publizistik und Propaganda war Brandt Pionier, Motor und spiritus rector der deutsch-japanischen Beziehungen. Seine immense Bedeutung und seine exponierte Stellung im fragilen Beziehungsgeflecht des deutsch-japanischen Verhältnisses in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind mehr als bemerkenswert; sie werden aber verständlich, wenn man berücksichtigt, daß sich trotz gelegentlicher Kritik unter den Zeitgenossen kaum jemand befand, der ihn als - allseits anerkannte - Fernost-Autorität ersetzen konnte. "Dreiunddreißig Jahre in Ost-Asien", so der Titel seiner im Jahre 1901 publizierten Erinnerungen aus der aktiven Diplomatentätigkeit, waren demonstratives Programm wie geballte Wissensfülle zugleich.


 

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